Drachenberg-Kaserne Meiningen

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    • Offizieller Beitrag

    Lage: Auf dem Drachenberg
    Bauzeit: 1935
    Bauherr: Deutsches Reich
    Nutzung:
    1936 - 1938 II.Bataillon Schützenregiment 2
    1936 - Stab Panzerbrigade 2
    1938 - 1939 II.Bataillon Schützenregiment 12
    1939 - 1945 Ersatz und Ausbildungstruppenteile
    1943 - 1945 OKW-Wehrmachtsauskunftsstelle
    1947 - 1961 Deutsche Grenzpolizei
    1961 - 1971
    1971 - 1978 I.Ausbildungsbataillon GAR 12 Rudolstadt
    1978 - 1989 Grenzregiment 9 Meiningen
    1989 - 1990 Grenzkreiskommando 402


    Heute: Behördenzentrum und Betriebliche Nutzung


    Bau- und Nutzungsgeschichte
    Wie bei allen Wehrmachtbauten ist auch über die Meininger Kaserne der 30-er Jahre nur splitterhaftes Material überliefert. Neben nicht Nachprüfbaren Annahmen zu den Gründen der Aktenverluste gehört ebenso, dass diese Vorhaben unter außerordentlichen Zeitdruck standen, nach grundsätzlicher Abstimmung mit den kommunalen Behörden zentral gesteuert und angeordnet. Die nach jeder Geschäftsordnung übliche Unterrichtung der Nachgeordneten Behörden zur Sicherstellung einer planmäßigen Vorbereitung scheint dabei zumindest zeitweise entfallen zu sein. So erfuhr das für die spätere Ausführung verantwortliche Heeresbauamt Meiningen erstmals anlässlich einer Besprechung beim Stab der 3 Kavalleriedivision in Weimar am 14.09.1934 nicht nur davon, "das als Bauplatz für das 2.Halb-Regt. in Meiningen das Gelände an der Morgenleite in Aussicht genommen", sondern auch, das der Bezug der neuen Kaserne schon 01.10.1935 geplant sei!


    Derartige Zeitvorstellung für den Bau einer Bataillonskaserne konnten nur realistische sein unter den Voraussetzungen der Arbeitskräftebeschaffung zu jener Zeit, dem Einzug von Bauarbeitern und Handwerksbetrieben im Drei-Schicht-System und der Tatsache, das Typ-Bauten nach Katalogprinzip errichtet wurden. Hinzu kam in zweiter Linie, das Probleme des Geländeerwerbs weitgehend ausschieden, weil als Baugelände überwiegend das Areal der veralteten Schießstände des früheren in Meiningen stationierten Infanterieregiment Nr.2 ausgewählt wurden war. So nimmt es nicht wunder, das kaum 2 Monate nach der ersten Besprechung schon die Ziegelsteine für den Rohbau angefahren wurden und die Kaserne mit einer Zeitverzögerung von nur drei Monaten am 05.Januar 1936 bezogen werden konnte.


    Baubeschreibung
    Bei der Drachenberg-Kaserne handelt es sich um eine dreigeschossige Typ-Kaserne des Heeres, wie sie ab 1934 in vielen Standorten entstanden sind. Die zeilenförmige Aufstellung der Unterkunftsgebäude wird lediglich durch die beiden quer dazu stehenden Wirtschaftsgebäude unterbrochen. Gleichzeitig wird damit die räumliche Einteilung in zwei autarke Bataillonsbereiche erkennbar, wobei die Unterkunftsgebäude als Doppelmannschaftshäuser bzw. als gemischte Stabs- und Kompaniegebäude ausgebildet waren. Bei letzteren handelt es sich um die zwei beiderseits der ehemaligen Hauptzufahrt stehenden Häuser.
    Der Technische Bereich, der durch eine große Zahl von Hallen den erreichten hohen Grad der Motorisierung belegte, wurde nördlich und westlich der Unterkunftsbereiche angelegt. Für die gesamte Kaserne stand ein sogenannter Exerzierplatz im Nordwestteil des Areals zur Verfügung.


    Erster Nutzer war das II.Bataillon des Schützenregimentes 2, das 1935 unter Heranziehen der bis dahin in Meiningen stationierten I.Bataillon des vormaligen Reichswehr-Infanterieregiment 14 aufgestellt worden war. Mit der Verlegung der 2.Panzerdivision nach Österreich 1938 gab es auch ein Wechsel in der Belegung der Drachenberg-Kaserne. Dem Schützenregiment 2 folgte das aus dem Österreichischen Bundesheer übernommene Schützenregiment 12, das gleichermaßen in der Hauptkaserne untergebracht wurde.
    Während des II.Weltkrieg war Meiningen Zentrum von Ausbildungs- und Ersatztruppenteilen, große Teile davon dürften ihr Quartier hier gehabt haben.
    Marsch-Kp/Pz.Aufkl. Ausbildungs Abt. 9
    - 1939 - 1943 4./Res.Pz.Aufkl. Abt. 1
    - 01.05.1943 - 01.08.1943 Pz.-Aufkl.-Ersatz u. Ausbildungs-Abtl. 1


    Die Wehrmachtsauskunftsstelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der deutschen Wehrmacht („WASt“) verlagerte im August 1943 ein Teil der Behörde nach Meiningen.
    Am 12. April 1945 wurde die „WASt“ unter die amerikanische Militärverwaltung gestellt. Anfang Juli 1945 verlagerte die US-Armee den Großteil der „WASt-Unterlagen“ nach Fürstenhagen bei Kassel.
    Nach der Besetzung Thüringens durch die sowjetischen Truppen, wurden die noch verbliebenen Unterlagen der „WASt“ durch die SMAD beschlagnahmt.

    Die Unterlagen der ehemaligen Wehrmachtsauskunftsstelle sind heute in einer Behörde der Berliner Senatsverwaltung nutzbar, der Deutsche Dienststelle.


    Kriegsende:
    Die Sowjets verzichteten auf die Nutzung dieser Kaserne, jedoch gab es die Verfügung der SMAD, den Abriss ab 1946 durch zu führen. Es folgte ein Teilabriss, das betraf technische Einrichtungen (wie z.B. Garagen und Werkstätten).
    1947/1948 bezogen Einheiten der Polizeibereitschaft das Objekt „Auf dem Drachenberg“. In der ehemaligen Kaserne teilte man diese Immobilie in zwei eigenständige Bereiche.
    So erfolgte die Nutzung durch die Bereitschaftspolizei und durch die Grenztruppen der DDR. Die militärische Nutzung vollzog sich bis Ende des Jahres 1989.


    Heute:
    Seit Anfang Juli 1991 begann die Thüringer Polizei unter dem Namen „Fortbildungsinstitut“ die Arbeit aufzunehmen. 1993 nahm der Fachbereich Polizei der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung seinen Dienstbetrieb zusätzlich im Haus I auf dem Drachenberg auf.
    Auch die Staatsanwaltschaft Meiningen hatte in diesen Kasernenkomplex mehrere Jahre ihren Sitz, bevor der Umzug ins neu errichtete Meininger Justizzentrum erfolgte.
    Ab 2001 begann man am Bildungszentrum der Thüringer Polizei in Meiningen mit der Ausbildung der Anwärter des mittleren Polizeivollzugsdienstes.
    Aber auch für den Leistungssport wird in der Thüringer Polizei einiges getan, Leistungssportler finden hier seit dem Jahr 2004 eine berufliche Perspektive.



    - Militärbauten in Thüringen - Arbeitshefte des Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege Ausgabe 1998
    - forum-der-wehrmacht

    - Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau, Ergänzt mit Informationen aus Unterlagen/Dokumenten und Zeitzeugen

    - invenio.bundesarchiv.de

    - Informationsweiterverwendungsgesetz §2


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Quelle: Angehörige der Grenztruppen der DDR - GBrK - BGS - GZD - Verlage und Privat Bilder