Wendewehr-Kaserne Mühlhausen

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  • Rosenhof-Kaserne / Wendewehr-Kaserne
    Lage: Wendewehrstraße 124 [1914-1936 Hindenburgstraße]
    Bauzeit: 1913/14
    Bauherr: Deutsches Reich
    Nutzung:
    03. Oktober 1913 3.Bataillon des Oberelsässischen Infanterieregiment 167
    17. August 1914 neu Aufstellung Infanterieregiment 71
    1914 - Reservelazarett, Landwehr- und Ersatztruppenteil
    1920 - Katasterämter I und II, Finanzamt
    1920 - 1928 Landespolizei
    1.Oktober 1935 Kraftfahrabteilung Döberitz, umbenannt in Panzerabwehrabteilung 37
    1936 - 1938 Panzer Abwehr Abteilung 29 (PzAbwAbt 29)
    1938 - Kradschützen Btl. Aufklärungseinheit 9
    1939 - schwere Artillerie-Ersatz und Ausbildungseinheit 65
    5. Juli 1945 Rote Armee
    1948 Polizeibereitschaft VIII, Ladengeschäft (Konsum), Wohnungen, Kinderheim, Schule, Altersheim
    1952 - 1961 Grenzbereitschaft / Ausbildungseinheiten
    1971 - 1989 Grenzregiment 1 Mühlhausen
    1989 - 1990 Grenzkreiskommando 302
    1990 - Bundeswehr
    1991 - 1994 Artillerieregiment 70
    1994 - 2002 Artillerieregiment [[definition='41','0'][/definition]] 13
    1995 - Kreiswehrersatzamt
    2003 - Firmen
    2014 - Verkauft / Wohnungen


    Bau- und Nutzungsgeschichte


    " Die Unterbringung von Mannschaften der neu zu bildeten oder zu verlegenden Truppen hat vorübergehend in Fachwerkbaracken mit doppelter Wandverschalung unter Auffüllung der äußeren Wände mit Torfmüll und dergl. sowie mit doppelter Decke zu erfolgen!. Diese vom Kriegsministerium herausgegebene Weisung erhielt auch für das im Herbst 1913 aus Göttingen, Kasseler und Meininger Kompanien in Mühlhausen aufzustellende III.Bataillon des Infanterieregiment Nr. 167 Bedeutung, da hier keinerlei Kasernenraum zur Verfügung stand. Bis zum Endstehen einer Kaserne, für die dem Reichsmilitärfiskus das Gelände "Am Wendewehr" übereignet worden war², fand man jedoch eine moderate Lösung insofern, als drei Kompanien in leerstehenden Becherbergungsbetrieben und lediglich eine in einer Baracke auf dem Stadtberg untergebracht wurde³. Sie haben die für sie errichtete Kaserne jedoch nicht mehr beziehen können, da vor deren Fertigstellung der I.Weltkrieg ausgebrochen war.4
    Nach dem Kriegsende nutzten staatliche Dienststellen und die Landespolizei die Anlage. 1935 erhielt eine Anfangs als "Kraftfahrer Döberitz" bezeichnete Panzerabwehrabteilung hier Quartier, welche 1938 durch eine schwere motorisierte Artillerieabteilung abgelöst wurde. Nach dem II.Weltkrieg gehörte die Wendewehr-Kaserne offenbar nicht zu den von den Sowjets unter dem Vorbehalt der äußerlichen Veränderung und der Umwidmen zuerst freigegeben Anlage.
    Ende 1948 waren hier neben Wohnungen jedoch ein KONSUM Geschäft, ein Kinderheim und eine Schule eingerichtet. Letztere konnten allerdings nicht genutzt werden, da hier wie im früheren Stabsgebäude die Polizeibereitschaft VIII bis zur Verlegung in die Gömar-Kaserne untergebracht war.
    Ein Altenheim sollte folgen.6
    Die spätere Belegung durch die Dienststellen der Grenztruppen beschränkte sich auf den ostwärtigen Teil des früheren Kasernenbereich, so wie er von der Bundeswehr bis zum Umzug der hier Stationierten Teile in die Gömar-Kaserne genutzt wird.


    Baubeschreibung:
    Entsprechend der Garnison-Gebäudeordnung von 1911. die Einzel-Kompaniegebäude nur noch in Ausnahmefällen zuließ,7entstanden zwei Doppelmannschaftshäuser zur Unterbringung der vier Kompanien des III.Bataillons des Infanterieregiment 167. Sie wurden in der Südostecke des Kasernenbereichs mit Achsen in Ost-West-bzw. Nord-Süd-Richtung errichtet, dazwischen lag das Wirtschaftsgebäude an der heutigen Hauptzufahrt. Westlich des an der Wendewehrstraße gelegene Mannschaftshauses wurde zudem ein Stabshaus gebaut, bei ihm lag der frühere Hauptzugang zur Kaserne.


    Von der ursprünglich Bausubstanz der Wendewehr-Kaserne ist infolge der baulichen Veränderungen nach dem II.Weltkrieg nur noch weniges erkennbar. Von den Ergänzungsbauten der Wehrmacht ist lediglich das dem Kreiswehrersatzamt zur Verfügung gestellte Gebäude (M2) und das Unterkunftshaus der Stabsbatterie verblieben (1). Gebunden an die sowjetischen Weisungen wurde das frühere, an der Wendewehrstraße gelegene viergeschossige Doppelmannschaftshaus (M4) durch Abbruch auf zwei Geschoßebenen reduziert und durch das Herausbrechen eines bis auf das Fundament reichende Mittelteils sowie weitere Eingriffe in zwei Wohnhäuser umgebaut. Wohnungen entstanden auch im Westlichen davon gelegenen Stabs-(Sr) sowie dem ersten um 1936/37 geschaffene Unterkunftsgebäude der Stabsbatterie der Artillerieabteilung.8
    Abgerissen wurden das Exerzierhaus (E) und das Kammergebäude (K). auf dem früheren Exerzierplatz wurden zwei Wohnhäuser für die Grenztruppenteile errichtet. Lediglich das an der Hauptzufahrt gelegene frühere Wirtschaftsgebäude (M3) lassen noch weitgehend die frühere Gestaltung erkennen.


    Anmerkungen:
    1. Zitat Stadtarchiv Mühlhausen Bauverwaltungsakte Nr.11/638
    2 .Stadtarchiv Mühlhausen, Bauakte Nr.11/638
    3. Stadtarchiv Mühlhausen, Blatt 142, 159
    4. Schreiben der Garnisionsverwaltung 16.09.1914
    5. Akte Staatshochbauamt Sondershausen Nr.2039
    6. Kreisarchiv Mühlhausen Bau.Nr.132
    7. A.a.O., Ziffer 13a, S.7
    8 Schreiben Stadtverwaltung 28.08.1947


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    - Militärbauten in Thüringen - Arbeitshefte des Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege Ausgabe 1998
    - Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau, Ergänzt mit Informationen aus Unterlagen/Dokumenten und Zeitzeugen
    - invenio.bundesarchiv.de
    - Informationsweiterverwendungsgesetz §2

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