Ernst-Schneller-Kaserne Berlin/Treptow

Angaben zur Person wärend der Registrierung sind NUR für den Betreiber der Plattform zugänglich, deswegen MÜSSEN Sie sich den anderen Mitgliedern in ihrem Thema: Willkommen Kamerad Vorstellen!

    • Offizieller Beitrag

    Ernst-Schneller-Kaserne
    Lage: Elsenstraße/Bouchestraße [...]
    Bauzeit: 1901/04
    Bauherr: Deutsches Reich
    Nutzung:
    1904 - 1918 Telegraphen-Bataillon Nr. 1
    1920 - 1933 Polizeiamt Neukölln-Treptow, Schutzpolizei und Gewerbeaufsichtsamt
    1933 - 1945 Heereswaffenmeisterschule
    1945 - 1949 sowjetische Militärbauverwaltung
    1949 - 1955 Berliner Polizeibereitschaft
    1956 - 1962 Politoffiziersschule der Deutschen Grenzpolizei
    1961 - 1987 Polizeirevier 231 (Bouchestraße.87)
    1962 - 1971 1.Grenzbrigade "13.August"
    1971 - 1990 Grenzregiment 33
    1990 - 1992 Übernahme Bundeswehr / Standortkommandantur Berlin
    1990 - 1993 Jägerbataillon 581
    1993 - 1995 Asylbewerberheim
    1996 - 1999 Sanierung
    2000 - 2004 Bundeskriminalamt
    2004 - 2017 Terrorismusabwehrzentrum von BKA / Bundesamt für Verfassungsschutz


    Bau- und Nutzungsgeschichte


    Nördlich des Bahndamms der Görlitzer Bahn zwischen Bouchéstraße und Elsenstraße die Kaserne von 1904 des Telegraphen-Bataillon Nr. 1 von 1899 mit Kavallerie-Telegraphen-Schule der preußischen Armee (bis 1918).
    Der alte Exerzierplatz war Grundlage für die Gestaltung des Areals. Entlang der Außenseite wurden Mannschafts- und Wirtschaftsgebäude errichtet, die das Gelände nach außen hin abriegelten und abschirmten.
    An der heutigen Alle "Am Treptower Park" befanden sich die Wohngebäude des Kommandeurs, das Stabsgebäude sowie das Offizierskasino. Das Kommandeurs-Wohngebäude war dem Kasernengelände vorgelagert und sollte sich als freistehende Villa in das übrige Straßenbild einpassen.
    Zur ehemaligen Bahnstraße, die jenseits der Kieferholzstraße verlief, entstanden zusätzlich ein Wohnhaus sowie Pferdeställe und eine Reitbahn, zur Elsenstraße hin ein Reitplatz mit dazugehörigen Ställen, die ab 1902 gebaut wurden. Die Telegraphen-Truppen nutzten den Exerzierplatz bis 1918.
    Übergabe der Kaserne war am 5.Oktober 1904, nach fast 3-jähriger Bauzeit.
    Kosten: 1.965.000 RM.
    Bereits zwei Jahre später waren weiter Anbauten in südöstlicher Richtung auf dem Gelände des verbliebenen Exerzierplatzes notwendig geworden, nachdem dem Bataillon weitere Signalabteilungen und eine Versuchsabteilung zugeordnet worden waren.
    Es entstanden neue Pferdeställe und Wagenschuppen. Da auch die Truppenstärke wuchs, musste 1912 ein weiteres Mannschaftsgebäude errichtet werden.
    1913 wurden im inneren des Hofes auch zwei Funkmasten aufgestellt, welche die Nutzung der Telegraphen-Bataillon auch nach außen hin sichtbar machten.
    Bei Ausbruch des I.Weltkrieg 1914 waren auf dem Gelände die Kavallerie-Telegraphen-Schule und das Telegraphen-Bataillon 1 untergebracht.


    Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Kasernengelände formal dem Polizeipräsidenten von Berlin unterstellt, während die Kommandeursvillen am Treptower Park vermietet wurden bis 1927.
    Ab 1920 Polizeiamt, Schutzpolizei und Gewerbeaufsichtsamt. Ihnen folgten hauptsächlich Angehörige der preußischen Polizei, die Teile des Geländes fortan nutzten.
    Die Unterkunft-, Depot- und Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Kavallerie-Telegraphen-Schule wurde von der Schutzpolizei genutzt.
    Mitte der 30-Jahre bekam das Militär das Kasernengelände Rückübertragen.
    Spätestens 1936 befand sich hier die Herreswaffenmeisterschule. Für diese erneute Nutzung wurden bauliche Eingriffe vorgenommen. Am Treptower Park entstanden ein großer Klinkerbau sowie ein Sportplatz im Bereich des ehemaligen Exerzierplatzes.
    Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde auf dem Gelände die „Heereswaffenmeisterschule“ der Wehrmacht untergebracht. Es wurden Waffen und Munition zur Panzerabwehr auf dem Gelände erprobt - zum Teil in unterirdischen Schießständen.


    Nach dem Zweiten Weltkrieg zog dort die sowjetische Militärbauverwaltung ein, räumte die Gebäude aber 1949 für die Erste Berliner Polizeibereitschaft wieder.
    Auch die sowjetische Denkmal-Bauverwaltung zog dort bis 1951 ein. Der Bau des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park wurde von dort aus geleitet.
    Polizeikräfte waren ebenfalls wieder auf dem Gelände stationiert; nach 1949 die Volkspolizei.
    1949 kam auch die Politoffiziersschule der Volkspolizei von Torgau nach Treptow in die Kaserne, die später Ernst-Schneller-Kaserne hieß.


    1962 bezogen die Grenztruppen der [definition='10','0'][/definition] das Kasernengelände.


    1990 wurde das Areal von der Bundeswehr übernommen und zunächst von der Standortkommandantur Berlin (1990/92) genutzt, und ein Jägerbataillon 581 ( - 1993) einzog.


    Von 1996 bis 1999 wurden die Gebäude denkmalgerecht saniert und werden seit dem vom Bundeskriminalamt genutzt.
    Seit Dezember 2004 ist auf dem Gelände außerdem noch das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum von BKA und Bundesamt für Verfassungsschutz angesiedelt.



    - Hinter der Mauer - Axel Klausmeier - Zur Militärischen Infrastrukturen Ausgabe 2012 S.56
    - Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau, Ergänzt mit Informationen aus Unterlagen/Dokumenten und Zeitzeugen
    - invenio.bundesarchiv.de
    - Informationsweiterverwendungsgesetz §2

    • Gäste Informationen
    Hallo Besucher, gefällt dir das Thema, willst du was dazu im Beitrag schreiben, dann melde dich bitte an. Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du das Forum uneingeschränkt nutzen.

Geben wir den Standorten und ihren Objekten ein Gesicht/Ihre Geschichte


Diese Geschichte beginnt so wie die meisten anderen enden; mit einem Abschied.

Es ist Sommer des Jahres 1990, die DDR stirbt. Die historischen Wahrheit verschiebt sich,

Altes verschwindet, wird verschwiegen oder vertuscht.

Für mehr als 16 Millionen Menschen beginnt ein neues, unbekanntes Leben.


Hier finden Sie Bilder, Karten und Historische Erläuterungen zu den einzelnen Standorten/Objekten, welche Uns Angehörige der Grenztruppen und Bundesgrenzschutz und Unterstützer zugesandt haben.


Unser Dank für die Hilfe geht an:


dremi † - willi (BGS) - 94 - madonna680 - feuerwerker - elbgrenzer † - probesendung941 - NPKCA - Thunderhorse (GSA Süd 1 Oerlenbach) - TreibhausEK89 - OfwGSZA80 - Ks2 - sf72 - LO Driver - Westsachse - KC Posseck - GAKl Andi - GR-44 - Mike59 - Strahlemann - Wolfgang - Grauer (BW) - Hanstein † - GKUS64 - Greso - Jawa350 - Cambrino - resi 77 - rotrang † - mibau83 - nordpol - Waldersee (BGS) - Lassiter - CAT - Grenzwolf62 - Grenzfuchs - Ernesto1934† - bendix - vierkrug - Harsberg - Hanne – hapedi † - habana - rasselbock - Eddy - Linna - John - Thomas 66 - waldlaeufer † - Waffenmeister - GR-15 - GKM - Rostocker - Hundemuchtel 88 - andymann - fischerhütte - Herr Lieb und all die anderen Helfer*


Quelle: Angehörige der Grenztruppen der DDR - GBrK - BGS - GZD - Verlage und Privat Bilder