Kaserne Kühlungsborn

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- Häufig gestellte Fragen zur Nutzung der Plattform
- Links zu den Alben der Standorte (Süden)
- Info zum Standort - Dislozierung der Jahre

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  • Lage:

    Bauzeit: 1937

    Bauherr: Deutsches Reich

    Nutzung:

    1937 - 1941: 12./Ln.Rgt. 221, einer mittleren Flugmelde- und Leitkompanie mit dem Decknamen "Reiher" genutzt

    1941: 28.Juni -27.Juli -1.Kompanie 3.Ausbildungsabteilung für Kriegsschiffneubauten in Kühlungsborn

    1944 - 1945: MEA (Marine-Ersatz-Abteilung)

    1945 - 1947: Rote Armee Garnison

    1947 - 1952: Umbau und Demontage

    1952 - 1953: Schiffsstammabteilung (Marineausbildungsbataillon)

    1958 - 1960: Schiffsstammabteilung (SStA)

    1960 - 1962: Flottenschule II

    1962 - 1964: Formierung der Spezial-Küstenatellerie

    1963 - 1965: Ausbildungsstandort

    1965 - 1989: Grenzausbildungsbataillon

    2008: Abriss von Gebäuden


    Bau- und Nutzungsgeschichte


    In der Zeit von 1937 bis 1942 baute das Reichsministerium für Luftfahrt westlich von Arendsee, auf dem so genannten Rieden, eine weiter militärische Anlage, die ebenfalls zur Erprobung vom flugtechnischen Geräten diente. Sie bestand ursprünglich aus 14 massiven Gebäuden und 15 Holzbaracken lang sowie drei Flakunterständen.


    Zwischen 1946/47 veranlasste die Russische Armee die Demontage der Flakversuchsanlage auf dem Rieden.

    Am 19.Juli 1947 übergibt der sowjetische Militärkommandantur offiziell dem Landesratsamt und dem Bürgermeister das ehemalige Militär Terrain.

    Es bestand es aus 11 zerstörten Gebäuden, 7 verschieden nicht zerstörte Bauten und 15 sogenannte gemischte Holz und Steingebäude.

    Die Stadtverwaltung plante damals aus den drei ehemaligen massiven Unterkünften , dem Wirtschaftsgebäude sowie dem Verwaltungsgebäude ein Krankenhaus zu bauen und in den beiden Werkstattgebäuden, Handwerksbetriebe wie Schlosserei, Dreherei, Schmiede und Stellmacherrei anzusiedeln.


    Kühlungsborn, Kaserne Flakversuchanstallt.JPG

    Quelle: Google Earth Grenztruppen

    Kartendaten: Image Landsat / Copernicus©2009 GeoBasis-DE/BKGimage ©2017 DigitalGlobe© 2016 Google


    Volksmarine auf dem Rieden

    Der Betrieb Bauunion Wismar benötigte für entsprechende Arbeiten am Militärobjekt Rieden in den Sommermonaten insgesamt 500 Quartiere für seine Arbeiter.

    Im Juli 1952 begann die Wiederherrichtung des ehemaligen Geländes der Flakversuchsanstallt der Wehrmacht in Kühlungsborn mit dem Ziel, hier Einheiten der Volkspolizei See zu stationieren und auszubilden.

    Ihre Aufgabe bestand in der Sicherung der Seegrenze der DDR. Die zahl der hier stationierten Seepolizei betrug etwa 400 Mann.


    Mit der Umbenennung der Seepolizei in Seestreitkräfte der DDR im Jahre 1956 wurde die Schiffsstammabteilung der Volksmarine von Sassnitz nach Kühlungsborn verlegt.

    Dabei handelte es sich um eine Ausbildungseinheit von sechs Kompanien zu je 120 Soldaten.

    Außerdem wurde das Stabsmusikkorps unter Leitung des Kapitän zur See Ludwig Schmidt hier stationiert. Gleichzeitig fand auch die Boxstaffel des Armeesportverein Rostock (ASV Rostock) unter ihrem erfolgreichen Trainer Kleimenhagen in der zeit von 1956 bis 1959 in Kühlungsborn eine Heimat.

    Im Jahre 1957 verlegte man diese Schiffsstammabteilung zum Dänholm/Stralsund und Gründete in Kühlungsborn die Flottenschule II. Ihr erster Kommandeur war Kapitän zu See Heinrich Jordt.

    Die Aufgabe dieser Flottenschule bestand in der Ausbildung der Soldaten im schießen mit Torpedos, in Minensuchen und deren Räumung auf See sowie im Artillerieschießen. Die theoretische Unterweisung der Matrosen geschah bereits im speziellen Lehrkabinetten, lediglich das Artillerieschießen auf Seeziele fand damals vor Kühlungsborner Küste statt.

    Außerdem wurde im Standort ein Bataillon Köche, Schreiber und Militärkraftfahrer (300 Soldaten) für die Volksmarine ausgebildet.


    Im Jahre 1960 verlegte die Nationale Volksarmee ihre Flottenschule nach Parow. Kreis Stralsund, und in den Standort Kühlungsborn zogen das Kampfschwimmerkommando 18, zwei kleine Einheiten der Marinepioniere, sowie der Chemiewaffenbekämpfung ein. Als Kommandeur des Standortes zeichnete von 1961 bis 1963 Korvettenkapitän Reinhard Dabelstein verantwortlich. Eine Zeitlang befand sich in Kühlungsborn auch eine selbständige motorisierte Küsten-Artillerie Abteilung. Sie verfügte über Land-See-Raketen, die unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in extra gebauten hallen untergebracht waren. Am 1.Mai 1963 wurde das Nachrichtenbataillon der Volksmarine nach Kühlungsborn verlegt.


    Mit beginn des Jahres 1965 verlegte die Volksmarine das V.GrenzAusbildungsbataillon der Grenzbrigade Küste von Greifswald nach Kühlungsborn. Für Ausbildung und Unterbringung standen dem Gelände von etwa 20 Quadratkilometer sowie die unmittelbare angrenzende Ostsee zur Verfügung, Lehrgebäude, Werkstätten, Exerzierplatz, Sturmbahn, Schießplatz, nur für schießen mit Maschinenpistolen, Panzerbüchse und für Handgranatenweit- und Zielwurf geeignet, und eine Kraftfahrzeuglehrbahn sowie eine Küstenbeobachtungsstadion (KBS) vervollständigte die Ausbildungseinrichtung.

    Im Falle der Mobilmachung wäre der Standort Kühlungsborn in der Lage gewesen, in wenigen Stunden etwa 1000 Reservisten einzukleiden, mit Handfeuerwaffen auszurüsten und mit Fahrzeugen der volkseigenen Betriebe der Region auch einsatzbereit zu machen.


    Die etwa 800 Matrosen der Volksmarine gehörten zum festen Stadtbild und waren in das öffentliche Leben Kühlungsborn integriert.

    Die zweimal im Jahr vor dem FDGB-Ferienheim Baltic oder auf dem Appellplatz des militärischen Objektes stattfinden Vereidigungen der Rekruten zählte zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in Kühlungsborn genauso der Auftritt des Stabsmusikkorps der Volksmarine.

    Die letzte Vereidigung fand im Mai 1990 auf dem militärischen Standortes Rieden statt.


    Besondere Veranstaltung der Stadt fanden im Kulturhaus der Volksmarine statt.


    Im Januar 1990 ließ der Bataillonskommandeur u.a. den Begrenzungszaun des militärischen Objekt Rieden zurück verlegen, so dass der freie Durchgang an die unmittelbare Ostseeküste möglich wurde im Bereich der Bukspitze.


    Mit der Wiedervereinigung Deutschlands beendete die Soldaten ihren Dienst im Standort Kühlungsborn. Die Bundesmarine übernahm zunächst noch das Kampfschwimmerkommando und löste diese Einheit doch vollständig auf. Nur wenige Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und Zivilbedienstete haben ihre Tätigkeit in der Bundeswehr fortsetzen können.


    - Kühlungsborn, Ein Streifzug... S.99/191: Feuerstellung Bukspitze

    - Volksmarine der DDR; Verlag E.S. Mittler Sohn GmbH; ISBN 3 8132 0587 8

    - Grenzbrigade Küste; Verlag: Berolina; Dieter Lede 1.Auflage 2015; ISBN 978-3-95841-015-2

    - Signalstellen; Verlag: Heiber; Heinz Dieter Wittwer 1.Auflage 2012; ISBN 978-3-936691-43-6

Geben Wir den Standorten und ihren Objekten ein Gesicht/Ihre Geschichte


Diese Geschichte beginnt so, wie die meisten anderen enden; mit einem Abschied.

Es ist Sommer des Jahres 1990, die DDR Stirbt. Die historischen Wahrheit verschiebt sich,

Altes verschwindet, wird verschwiegen oder vertuscht.

Für mehr als 16 Millionen Menschen beginnt ein neues, unbekanntes Leben.


Hier finden Sie Bilder, Karten und Historische Erläuterungen zu den einzelnen Standorten/Objekten, welche Uns Angehörige der Grenztruppen und Bundesgrenzschutz und Unterstützer zugesandt haben.


Unser Dank für die Hilfe geht an:


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Quelle: Angehörige der Grenztruppen der DDR - GBrK - BGS - GZD - Verlage und Privat Bilder