Grenzwachen und die Veränderung der Aufgaben

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    • Offizieller Beitrag

    Auf der Grundlage des Befehls Nr. 16/80 des Chefs der Grenztruppen wurden im GR-23 im Zuge der Erprobung eines weiterentwickelten Systems der Grenzsicherung die 1. bis 4. Grenzwache (Hanum, Nettgau, Steimke, Jahrstedt) gebildet.

    In Weiterführung der Erprobung eines weiterentwickelten Systems der Grenzsicherung traten mit Wirkung vom 01. Okt. 1981 und 01. Sept. 1982 neue Stellenpläne und Ausrüstungsnachweise in Kraft.

    Alle Einheiten wurden umgegliedert und es kam zu Standortwechsel.

    Strukturelle Veränderungen im Ausbildungsjahr 1982/83


    Auf der Grundlage des Befehls 16/80 des Stellvertreters des Ministers und Chef Grenztruppen und seine Forderungen vom 10.12.1980 erfolgt seit dem 01.07.1980 die Erprobung eines weiterentwickelten System der Grenzsicherung im I.Grenzbataillon Mellin/Grenzreigiment-23 Kalbe (M.) mit folgendem Ziel:
    - Gewährleistung maximaler Ergebnisse bei der Sicherung der Staatsgrenze durch den zweckmäßigen und variablen Einsatz der Kräfte und Mittel bei effektiver Ausnutzung der in den Erprobungseinheiten vorhandenen pionier-, signal- und nachrichtentechnischen Anlagen.
    - Schaffung von Voraussetzungen für die Gewährleistung der Gefechtsbereitschaft in den grenzsichernden Einheiten unter allen Lagebedingungen sowie die Erprobung von Zuführungen (Soldaten im Grundwehrdienst) aus den Grenzausbildungsregiment nach einem vierteljährlichen Ausbildungszyklus in der Grenzkompanie.
    - Durchsetzung von Ordnung und Sicherheit an der Staatsgrenze und im Grenzgebiet durch die Organisation des Zusammenwirkens zwischen den Einheiten der Grenztruppen und den anderen Schutz- und Sicherheitsorganen sowie den örtlichen Partei- und Staatsorganen in den Grenzortschaften.


    I. Komplexe Darstellung des weiterentwickelten Systems der Grenzsicherung: die Funktion und Aufgabe der Grenzwachen/Grenzkompanien sowie der Einsatz von Kräften und Mitteln zur Sicherung der Staatsgrenze zur Bundesrepublik Deutschland
    Die Erprobung eines weiterentwickelten System der Grenzsicherung ist als ein schöpferrischer Beitrag für die weitere Entwicklung der Grenztruppen zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit der Deutschen Demokratischen Republik einzuschätzen.
    Der bisherige Erprobungsverlauf und die daraus resultierenden Erkenntnisse für die Sicherung der Staatsgrenze zeigen sich bei Gegenüberstellung zur bataillonsmäßigen Sicherung in folgenden Vorteilen.
    - Die Hauptaufgabe der Grenztruppen in ihrer Einheit von Grenzsicherung unter Friedensbedingungen und die Lösung von Gefechtsaufgaben im Verteidigungszustand findet im Erprobungssystem eine bessere Erfüllung als unter den Bedingungen der bataillonsmäßigen Sicherung der Staatsgrenze.
    - Dem Kommandeur des Grenzregiments stehen starke gefechtsmäßige Einheiten in Form der Grenzkompanien für die gefechtsmäßige Grenzsicherung zur Verfügung. Der Übergang zur gefechtsmäßigen Sicherung der Staatsgrenze ist in kürzester Zeit möglich, wobei das Regime der normalen Grenzsicherung im wesentlichen durch die Grenzwachen aufrechterhalten wird.
    - Durchsetzung der Hauptprinzipien der Grenzsicherung dadurch, dass zur Tageszeit mit geringen Kräften die Staatsgrenze gesichert werden, durch die größerer Beweglichkeit der Grenzposten dem Gegner die Aufklärung unseres Systems der Grenzsicherung erschwert wird und die Kräfte in der wahrscheinlichen Bewegungsrichtung der Grenzverletzer konzentriert werden können.
    - Das zur Erprobung stehende weiterentwickelte System der Grenzsicherung trägt bedeutend zur Erhöhung des Anteils der Gefechtsausbildung und dem daraus erwartenden Kampfwert der Einheiten bei.


    Die mit Wirkung vom 05.01.1981 neu formierten Grenzwachen haben folgende Struktur (Anlage I):
    Leiter der Grenzwache - 1 Offizier
    Stellvertreter des Leiters der Grenzwache: - 1 Offizier
    Stellvertreter des Leiters der Grenzwache für Politische Arbeit: - 1 Offizier
    Grenzaufklärer-Gruppe: - 17 Fähnriche
    Grenzwachgruppen: - 5 Unteroffiziere auf Zeit / 30 Soldaten im Grundwehrdienst
    Hauptfeldwebel: - 1 Fähnrich
    Sicherstellungsunteroffizier: - 1 Unteroffizier auf Zeit
    Gesamt: 57


    Gegenüber der ersten Erprobungsvariante (Juli bis Dezember 1980) traten folgende strukturelle Veränderungen auf:
    - Formierung einer Grenzwache aus dem Personalbestand von ehemals zwei Grenzwachen (Einsatz von zwei Leitern der Grenzwache als Stellvertreter ) und Berücksichtigung des Einsatzes eines Stellvertreters für Politische Arbeit, dessen Fehlen sich in der ersten Phase der Erprobung als wesentlicher Mangel zeigte.
    - Einsatz eines Hauptfeldwebels (Wahrnehmung der funktionellen Pflichten in der ersten Erprobungsvariante erfolgte durch den Hauptfeld der Grenzkompanie).
    - Einsatz eines Sicherstellungsunteroffiziers (der überwiegend als Waffenunteroffizier eingesetzt).


    Der Sicherungsabschnitt der Grenzwache ist etwa identisch mit jeweils zwei nebeneinanderliegenden zusammengelegten Sicherungsabschnitten aus der Bataillonssicherung. Das heißt, der Einsatz der Kräfte und Mittel zum Grenzdienst sowie für die Organisation des Zusammenwirkends und der Zusammenarbeit im Erprobungsbataillon konzentriert sich auf zwei Sicherungsabschnitte.


    Die Begrenzung der Sicherungsabschnitte erfolgt durch den Verlauf der Staatsgrenze, des Schutzstreifens und den Trennungslinien. Der Einsatz der Kräfte der Grenzwache erfolgt überwiegend im Handlungsraum der Grenztruppen zur Erfüllung folgender Aufgaben:
    - Sicherung oder Überwachung von Abschnitten, Richtung oder Objekten.
    - Durchsetzung der Hoheitsrechte der Deutschen Demokratischen Republik auf dem den Sperranlagen vorgelagerten Hoheitsgebiet,
    - Aufklärung des Gegners im einsehbaren Grenzgebiet der Bundesrepublik Deutschland,
    - Aufklärung und Überwachung von Unterschlupfmöglichkeiten für Grenzverletzer im Handlungsraum der Grenztruppen.
    - Kontrolle der Kontrollstreifen (6m und 2m) und der pionier- und signaltechnischen Anlagen.


    Der spezifische Einsatz der Grenzaufklärer in den Grenzwachen erfolgt an den Zugängen zum Schutzstreifen, in den Grenzortschaften und in der Tiefe des Grenzgebietes mit dem Ziel der /das
    - Aufklären, Kontrollieren, Überwachen der Unterschlupfmöglichkeiten für Grenzverletzer,
    - Durchsetzung der in der Grenzordnung festgelegten Forderungen,
    - Durchführung von Kontrollen der Bahnhöfe und Haltestellen öffentlicher Nahverkehrsmitteln,
    - Zusammenwirken mit den Kräften der Deutschen Volkspolizei,
    - Zusammenwirken mit den freiwilligen Helfern der Grenztruppen auf der Grundlage der Anordnung 12/76 des Stellvertreters des Ministers und Chef Grenztruppen.


    Der Einsatz der Grenzkompanie erfolgt im vollen Bestand oder auch nur mit Teilkräften zur Durchführung von praktischen Handlungen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze im gesamten Grenzabschnitt des Grenzbataillons. Von den jeweils vier Grenzkompanien des Grenzbataillons werden zwei Grenzkompanien aufeinander folgend (für 6 bis 8 Tage) im Sicherungsabschnitt der Grenzwache eingesetzt (Anlage II).


    Der Einsatz der Angehörigen der Grenzkompanie zum Grenzdienst erfolgt im Bestand von Zügen, Gruppen oder Halbgruppen (mindestens drei Angehörige der Grenztruppen) zur Sicherung eines Abschnitts, Raumes oder einer Richtung zur Erfüllung folgender Aufgaben:
    - Durchführung von Kontrolle-, Überwachung und Sicherungsmaßnahmen gefährdeterer Zugänge am Rande des Schutzstreifens und in der wahrscheinlichen Richtung der Grenzverletzerbewegung sowie möglicher Unterschlupfmöglichkeiten für Grenzverletzer.
    - Aufklärung des Gegners im einsehbaren Grenzgebiet der Bundesrepublik Deutschland.
    - Sicherung von Arbeiten im Schutzstreifen.
    - Kontrolle der Kontrollstreifen (6m und 2m) und der pionier- und signaltechnischen Anlagen.


    Aus dem Bestand der zum Grenzdienst eingesetzten Grenzkompanie werden zwei Alarmgruppen in je einer Stärke von 0/1/4 gebildet, die auf der Führungsstelle des Sicherungsabschnittes und in der Wechselführungsstelle untergebracht sind und auf Befehl des Kommandeurs des Sicherungsabschnitts zeitweilig zur Erfüllung von Aufgaben eingesetzt werden.
    Der Einsatz der Alarmgruppe erstreckt sich auf vorrangig auf
    - die Durchführung von Abrieglungen in gefährdeten Abschnitten,
    - die Kontrolle der pionier- und signaltechnischen Anlagen und der Kontrollstreifen,
    - der Bergung Geschädigter.


    Mit Beginn der Erprobung des weiterentwickelten Systems der Grenzsicherung wurde eine Sicherstellungskompanie formiert, deren Kräfte und Mittel zur Wartung und Instandhaltung der pionier- , signal- und nachrichtentechnischen Anlagen sowie zur Gewährleistung der ständigen Einsatzbereitschaft der Kraftfahrzeuge- und Nachrichtentechnik aller Einheiten des Grenzbataillons sowie zur Sicherstellung der Diensthunde eingesetzt werden.


    (siehe DVH 29-4/143681, Bl. 3ff. und DVH 49-4/143682, Bl. 3ff), (siehe DVH 49-4/143683, Bl. 1ff)

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Geben wir den Standorten und ihren Objekten ein Gesicht/Ihre Geschichte


Diese Geschichte beginnt so wie die meisten anderen enden; mit einem Abschied.

Es ist Sommer des Jahres 1990, die DDR stirbt. Die historischen Wahrheit verschiebt sich,

Altes verschwindet, wird verschwiegen oder vertuscht.

Für mehr als 16 Millionen Menschen beginnt ein neues, unbekanntes Leben.


Hier finden Sie Bilder, Karten und Historische Erläuterungen zu den einzelnen Standorten/Objekten, welche Uns Angehörige der Grenztruppen und Bundesgrenzschutz und Unterstützer zugesandt haben.


Unser Dank für die Hilfe geht an:


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Quelle: Angehörige der Grenztruppen der DDR - GBrK - BGS - GZD - Verlage und Privat Bilder