Gerstungen

Angaben zur Person wärend der Registrierung sind NUR für den Betreiber der Plattform zugänglich, deswegen MÜSSEN Sie sich den anderen Mitgliedern in ihrem Thema: Willkommen Kamerad Vorstellen!

  • Der Standort u. Truppenübungsplatz „ Böller „ bei Gerstungen


    In der Chronik vom GAR 11 – Eisenach wurde erwähnt, dass 1968 der Übungsplatz „ Böller „ bei Gerstungen ausgebaut und ständig erweitert wurde.

    Einheiten der Grenztruppen , wie GR 2 Eisenach ( bis 1971 ) , Einheiten vom GR 1 Mühlhausen sowie Einheiten vom GR 3 Dermbach führten neben Einheiten des MDI Schießübungen und Ausbildung auf dem Böller durch.


    Der Schießplatz , ein großes Waldgebiet lag zwischen den Ortschaften Gerstungen – Unterellen – Sallmannshausen.

    Neben Schützenwaffen, wie Mpi, Pistole, LMG, schoss man dort auch die Panzerbüchse RPG 2 , später RPG 7. Geschosse dieser Panzerbüchsen ( „ Gipskopfgranaten „) findet man heute noch auf dem Gelände des Übungsplatzes.

    Auch wurde ein Gefechtsstand zum Wurf der Panzerhandgranate RKG 3 sowie Verteidigungs Handgranate RGD 5 errichtet. Die Kampfgruppen schossen u.a. auch mit der Mpi AK 47 Gewehrgranaten.


    Neben Feuerleittürmen auf dem Schießplatz gab es auch Hardziele, wie ausgesonderte NVA Panzer vom Typ T 34/85. Im Sommer gab es häufig kleinere Flächenbrände beim Schießen mit Leuchtspurmunition und Panzerbrandgeschossen..

    Im GAR 11 wurden Löschfahrzeuge mit Feuerwehrtechnik stationiert, welche häufig bei Schießübungen auf dem „ Böller „ abgestellt wurden. Die Besatzungen hatten eine Feuerwehrausbildung. Die Löschfahrzeuge vom Typ W 50 waren rot und hatten das Symbol der GT und auch Kennzeichen GT.

    Auf dem Übungsplatz war auch ein „ Brandmittelplatz „. Dort wurde aus Betonelementen eine Brandmittelbahn aufgebaut. Zudem standen ausgemusterte Fahrzeuge und T 34 Panzer im Bereich.

    Grenztruppen Angehörige mussten mit Schutzausrüstung Brandbekämpfung durchführen und auch die Brandmittelbahn nach Zeit überwinden. Zur Brandbekämpfung gehörte das Löschen von Fahrzeugen und Personen sowie Gebäuden.



    Anfang der 80er Jahre wurde ein Häuserkampfobjekt errichtet. Eine Art Zweifamilienhaus im Rohbau diente dazu, dass die Gruppen und Züge der GT Angriff u. Verteidigung im Häuserkampf mit Imitationsmunition übten.

    Um dieses Objekt waren spanische Reiter, im Vorfeld eine Geschützstellung mit alten NVA Flakgeschützen.


    Regelmäßig führten die Ausbildungskompanien und Grenzkompanien eine Schieß – und Gefechtsausbildung auf dem Böller durch. Bei längeren Übungen erfolgte eine Unterbringung im Zeltlager. Die Verpflegung erfolgte aus Feldküchen.


    Für das Bedienpersonals des Übungsplatzes gab es einen massiven Unterkunftsbau, Aufenthaltsräume, Clubraum, Küche, Büros, Lager und WC.

    Eine Wache vom GAR 11 wurde regelmäßig als Außenwache für den StÜP Böller abgestellt . Sie unterstanden nach Vergatterung dem OvD des GAR 11 in Eisenach.

    In der Regel wurde zur Außenwache zuverlässige Soldaten und ein Unteroffizier eingesetzt.


    Für den Übungsplatz war in den 80iger Jahren der Major Roth sowie Stabsfeldwebel Wildemann verantwortlich. Zivilpersonal kam aus den umliegenden Orten.

    In Garagen wurde Technik und KFZ für den Übungsplatz untergebracht.


    Am Rande des Übungsplatzes gab es das kleine Gehöft „ Lutzberg „. Gerade bei Gefechts – und Nachtschießen mit der Panzerbüchse gab es eine starke Beeinträchtigung der Bevölkerung durch Lärm.

    Auch stellten sich GT Angehörige die Frage, warum gerade in unmittelbarer Grenznähe dieser Übungsplatz liegt und die Schüsse der Waffen auch im Bereich Herleshausen hörbar waren..


    Ab Mitte 1990 begann man mit dem Abbau der Anlagen des Schieß und Truppenübungsplatzes „ Böller „.

    Nach Abzug der Grenztruppen fielen Ende 1990 die noch stehenden Gebäude , wie Wachgebäude, Garagen, Unterkunftsobjekt, Leittürme, dem Vandalismus zum Opfer.


    Die AVA – eine Gesellschaft zum Abbau der Grenzanlagen , bestehend aus ehemaligen Grenztruppenangehörigen führten bis 1992 eine komplette Beräumung und Rekultivierung des alten StÜP Böller durch.

    Auch wurden abgebaute Grenzanlagen auf dem Übungsplatz zwischengelagert und verwertet.

    Die AVA hatte ehemalige NVA / GT Fahrzeuge mit Bundeswehrzulasung.



    - Ufw. Silvio Liebsch a.D.
    - Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau, Ergänzt mit Informationen aus Unterlagen/Dokumenten und Zeitzeugen.
    - invenio.bundesarchiv.de
    - Informationsweiterverwendungsgesetz §2

    1986/87: Perleberg Ausbildung Gruppenführer Grenzsicherung
    1987/89: Gruppenführer, St.Zugführer, KGSi
    Heimgang: August 1989

    8 Mal editiert, zuletzt von diemacher ()

    • Gäste Informationen
    Hallo Besucher, gefällt dir das Thema, willst du was dazu im Beitrag schreiben, dann melde dich bitte an. Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du das Forum uneingeschränkt nutzen.

    Dieses Thema enthält einen weiteren Beitrag, der nur für registrierte Benutzer sichtbar ist, bitte registriere dich oder melde dich an um diesen lesen zu können.
  • diemacher

    Hat das Label GKS hinzugefügt
  • Dieses Thema enthält einen weiteren Beitrag, der nur für registrierte Benutzer sichtbar ist, bitte registriere dich oder melde dich an um diesen lesen zu können.

Geben wir den Standorten und ihren Objekten ein Gesicht/Ihre Geschichte


Diese Geschichte beginnt so wie die meisten anderen enden; mit einem Abschied.

Es ist Sommer des Jahres 1990, die DDR stirbt. Die historischen Wahrheit verschiebt sich,

Altes verschwindet, wird verschwiegen oder vertuscht.

Für mehr als 16 Millionen Menschen beginnt ein neues, unbekanntes Leben.


Hier finden Sie Bilder, Karten und Historische Erläuterungen zu den einzelnen Standorten/Objekten, welche Uns Angehörige der Grenztruppen und Bundesgrenzschutz und Unterstützer zugesandt haben.


Unser Dank für die Hilfe geht an:


dremi † - willi (BGS) - 94 - madonna680 - feuerwerker - elbgrenzer † - probesendung941 - NPKCA - Thunderhorse (GSA Süd 1 Oerlenbach) - TreibhausEK89 - OfwGSZA80 - Ks2 - sf72 - LO Driver - Westsachse - KC Posseck - GAKl Andi - GR-44 - Mike59 - Strahlemann - Wolfgang - Grauer (BW) - Hanstein † - GKUS64 - Greso - Jawa350 - Cambrino - resi 77 - rotrang † - mibau83 - nordpol - Waldersee (BGS) - Lassiter - CAT - Grenzwolf62 - Grenzfuchs - Ernesto1934† - bendix - vierkrug - Harsberg - Hanne – hapedi † - habana - rasselbock - Eddy - Linna - John - Thomas 66 - waldlaeufer † - Waffenmeister - GR-15 - GKM - Rostocker - Hundemuchtel 88 - andymann - fischerhütte - Herr Lieb und all die anderen Helfer*


Quelle: Angehörige der Grenztruppen der DDR - GBrK - BGS - GZD - Verlage und Privat Bilder